Page 8 - Arbeitsschutz-Katalog 2021-2022
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Normen und Informationen






                  Rechtsgrundlagen für den Arbeitsschutz            Pflichten des Arbeitgebers
                                                                    Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des
                                                                    Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die
                Das Arbeitsschutzgesetz (ArbschG)  regelt für alle Tätigkeitsbereiche die   Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit zu beeinflussen
                grundlegenden Arbeitsschutzpflichten des Arbeitgebers, die Pflichten und die   und hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer
                Rechte der Beschäftigten sowie die Überwachung des Arbeitsschutzes nach   Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des
                diesem Gesetz.                                      Arbeitsschutzes erforderlich sind.
                Weitere Details sind in der PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) sowie
                in Sicherheitstechnischen Regelungen der Berufsgenossenschaften    TOP Prinzip:
                z. B. BGR-DGUV dargestellt.
                                                                    > Technisch: technische Maßnahmen zur Unfallvermeidung
                Der Handel und die Beschaffenheit der  PSA (Persönliche Schutzausrüstung),   > Organisatorisch: organisatorische Maßnahmen zur Unfallvermeidung
                wird in der Verordnung für Persönliche Schutzausrüstung    > Persönlich: Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zur Verfügung stellen
                PSA-V EU 2016/425 (vormals Richtlinie 89/686/EWG) geregelt.
                                                                    Kosten für Maßnahmen nach diesem Gesetz darf der Arbeitgeber nicht den
                                                                    Beschäftigten auferlegen.



                  Persönliche Schutzausrüstung ist den Mitarbeitern kostenfrei zur Verfügung zu stellen.



                Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation            Pflichten der Beschäftigten
                Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit   Die Beschäftigten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß
                ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des   der Unterweisung und Weisung des Arbeitgebers für ihre Sicherheit
                Arbeitsschutzes erforderlich sind.                  und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu tragen. Die Beschäftigten
                Der Arbeitgeber muss über die je nach Art der Tätigkeiten und der Zahl der   haben  Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Arbeitsstoffe, Transportmittel
                Beschäftigten erforderlichen Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis   und sonstige Arbeitsmittel sowie Schutzvorrichtungen und die ihnen zur
                der Gefährdungsbeurteilung, die von ihm festgelegten Maßnahmen des   Verfügung gestellte persönliche Schutzausrüstung bestimmungsgemäß zu
                Arbeitsschutzes und das Ergebnis ihrer Überprüfung ersichtlich sind.    verwenden. Vor jeder Benutzung müssen persönliche Schutzausrüstungen
                                                                    vom Beschäftigen auf augenscheinliche Mängel hin geprüft werden
                Unterweisung                                        (Sicht-/Funktionsprüfung); Mängel hat er dem Unternehmer bzw. seinem
                (siehe DGUV 212-515 §3 und ArbSchG §2 sowie PSA-Benutzerverordnung §3)   Beauftragten unverzüglich zu melden. z.B.:
                Bei der Unterweisung nach § 12 des Arbeitsschutzgesetzes hat der   – Risse im Industrieschutzhelm,
                Arbeitgeber die Beschäftigten darin zu unterweisen, wie die persönlichen   – beschädigte Laufsohlen oder sichtbare Schutzkappen,
                Schutzausrüstungen sicherheitsgerecht benutzt werden. Soweit erforderlich,   – aufgescheuerte Nähte bei Auffanggurten,
                führt er eine Schulung in der Benutzung durch.      – defektes Polster bei Gehörschutzkapseln,
                (2) Für jede bereitgestellte persönliche Schutzausrüstung hat der Arbeitgeber   – zerkratzte Gläser von Schutzbrillen,
                erforderliche Informationen für die Benutzung in für die Beschäftigten   – beschädigte Versiegelung von Atemschutzfiltern.
                verständlicher Form und Sprache bereitzuhalten.

                Bei PSA der Kategorie III gilt: „Besondere Unterweisung“.
                Für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder
                bleibende Gesundheitsschäden schützen soll, hat der Unternehmer
                die nach § 3 Abs. 2 der PSA Benutzungsverordnung bereitzuhaltende
                Benutzungsinformation den Versicherten im Rahmen von Unterweisungen mit
                Übungen zu vermitteln. Sie sind vor der ersten Benutzung und anschließend
                nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, im Rahmen von
                Unterweisungen durchzuführen. Durch die Höherstufung des Gehörschutzes
                in Kategorie III ist auch hierfür eine jährliche Unterweisungspflicht
                vorgeschrieben.
                Ziel der Übungen ist neben einer sicheren Benutzung der persönlichen
                Schutzausrüstungen im Rahmen der jeweiligen Arbeitsaufgaben auch das
                richtige Verhalten in kritischen Situationen.



                  Wichtig: Eine jährliche Unterweisung mit Übungen ist Pflicht.













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